Marianne Fletcher

Freie Malerei

Malen heißt für mich:
Die Zeit anhalten, um in eine fiktionale Zwischenwelt einzutauchen. Ich tauche in einen Bildraum ein, der mit der Realität nichts zu tun hat. Farbe wird zum Inhalt meiner malerischen Auseinandersetzung, nicht der Wunsch, die Welt abzubilden. So beschäftige ich mich in einem freien, aber ernsten Spiel mit der Interaktion der Farben auf der Leinwand:

Glühendes Rot geborgen in Schwefelgelb.
Marines Blau erstrahlt neben milchigem Weiß.
Feuriges Orange erkaltet in blassem Blau
Rußschwarz trifft fahles Gelb und Türkis.

Der Betrachter vermag Formen zu erkennen, wie sie auch in der Natur vorkommen könnten: bizarre Flussläufe, holprige Landstriche, diffuse Lichtströme, gewaltige Wolkenformationen, ruhige Seen oder das bewegte Meer. Aber es geht um fiktive Erlebnisräume, in denen das Leuchten und der Zusammenklang von Farben im Vordergrund stehen.