Marianne Fletcher

Biografie

Marianne Fletcher

wurde 1961 in Goch geboren und studierte an der Uni Dortmund Sonderpädagogik und Kunst mit den Schwerpunkten Malerei, Grafik und Kunsttherapie.
Nach dem Studium folgte eine 2jährige Referendarzeit und anschließend eine 12jährige Tätigkeit als Lehrerin in Kleve. In dieser Zeit verwirklichte Marianne Fletcher eine Vielzahl an künstlerischen und kunsttherapeutischen Projekten mit ihren Schülerinnen und Schülern.

Dann beginnt eine intensive und leidenschaftliche Beschäftigung mit der Malerei.

Im Mittelpunkt ihrer Arbeiten steht die Auseinandersetzung mit der facettenreichen Farbigkeit der Elemente. So entstehen auf reine Farbe reduzierte Bilder. Die Abbildwirklichkeit der Welt mit ihren Details tritt in den Hintergrund. Stattdessen geht es um die Wirkung von Farbe, um Dynamik und Zusammenklang. Es entstehen farbige Erscheinungen voller ausströmender Energie, die aus Eindrücken der Tageswirklichkeit und aus Erinnertem hervorgehen. Durch die Kraft der Farben wirken ihre Bilder malerisch, sinnlich und offen. In ihrem Losgelöstsein von Objekthaftem erzeugen sie beim Betrachter Spielraum für Assoziationen. Sie sind als Rohstoff gedacht, die der Betrachter weiter bearbeiten kann, um eigene Bilder zu sehen.

Der Malfluss konkretisiert sich unmittelbar in Farbe und Form. Es findet ein ständiger Dialog mit dem entstehenden Bild statt. „Ich bearbeite die Leinwand mit Farben in einer mehr oder weniger offenen Struktur. Wenn die Leinwand in ihrer Gänze bedeckt ist, habe ich zu Ende formuliert. Auf diese visuelle Erscheinung reagiere ich dann erneut, indem ich weitere Farbschichten auftrage. Das ist ein langwieriger Prozess, der zu einer stetigen Verdichtung der Bildaussage führt. Dabei muss die Bildoberfläche immer wieder neu organisiert werden“

Um der autonomen Existenz der Bilder möglichst viel Freiraum einzuräumen, sind für Marianne Fletcher Pappkanten und Dosendeckel die gestalterischen Mittel der Wahl. Sie sind neutral, objektivieren und der Zufall spielt dabei eine große Rolle. Auf das, was man nicht unter Kontrolle hat, muss man immer wieder neu reagieren und damit arbeiten. Ideale Bedingungen also, um das Unbekannte an die Bildoberfläche zu bringen.

Fertig ist eine Arbeit, wenn auf der ungegenständlichen Farbfläche eine Tiefe entsteht und wenn das Bild Eigenständigkeit erlangt. Die vielen Farbaufträge erfordern immer wieder das Überprüfen der Bildfläche, das Hinzufügen, Wegnehmen oder Sichtbarmachen von Farbflächen. Ein leerer Raum verdichtet sich so allmählich, bis der Malakt abgebrochen wird und ein neuer Ereignisraum geschaffen ist. Es entstehen lichterfüllte Bilder von ortloser Räumlichkeit, die die Spuren der Zeit dort sichtbar werden lassen, wo Fragmente tieferliegender Farbschichten an die Bildoberfläche dringen. Die ungegenständlich angewendete Farbe erzeugt eine Bildstruktur, die den Betrachter neugierig macht und Raum für eigene Interpretationen lässt.

Marianne Fletcher lebt und arbeitet in Kleve und hat ihr Atelier zur Zeit im Haus 2 auf dem Gelände der Landeskliniken Bedburg-Hau