Biografie
Marianne Fletcher
1961
geboren in Goch, aufgewachsen in Kleve
1981 bis 1986
Studium an der Uni Dortmund
Sonderpädagogik und Kunst mit den Schwerpunkten Malerei, Grafik und Kunsttherapie
1987-1989
2jährige Referendarzeit
1990
langjährige Tätigkeit als Lehrerin an verschiedenen Schulen in Kleve
In dieser Zeit verwirklichte ich eine Vielzahl an bildnerischen und kunsttherapeutischen Projekten mit Schülerinnen und Schülern.
2005
Nach der Zeit als Lehrerin beginnt für mich eine intensive und leidenschaftliche Beschäftigung mit der Malerei.
Im Zentrum meiner künstlerischen Auseinandersetzung steht die Landschaft als reiner Naturraum, ein idealisierter Zustand voller Kraft, Bewegtheit, Stille und Ruhe, reduziert auf Form und Farbe. Das Beobachten und Erforschen landschaftlicher Formensprache gehören genauso zu meiner Arbeit wie das freie Experimentieren. Es braucht eine Auseinandersetzung mit dem Chaos und der Ordnung, dem Untergang und der Harmonie. Nicht nur das Zusammenfügen, sondern auch das Zerstören spielen in meinem Arbeitsprozess eine wichtige Rolle.
Was ist Landschaft? Ist sie einfach das, was wir sehen, wenn wir uns draußen umschauen? Oder ist sie viel mehr als das?
Je länger ich male, desto weniger interessiert mich Landschaft als bloßes Abbild. Mich beschäftigt vielmehr die Frage, wie Landschaftserfahrungen in meinen Arbeiten weiterleben, welche Rolle Erinnerung, Wahrnehmung und Imagination spielen bei dem schmalen Grat zwischen Beobachtung und Abstraktion. Wie entwickeln sich meine Landschaften, die ich in mir trage, im Ringen um neue Räume, mit Einbrüchen, Rückschritten, Überschreibungen, mit Streit und Einklang und der Möglichkeit des Scheiterns.
Auch ist die Frage interessant, was Landschaftsmalerei heute leisten kann, vor dem Hintergrund des Klimawandels und der weltweiten Zerstörung der Natur.
Für mich ist Landschaft nicht nur ein Motiv. Sie ist ein Denkraum. Ein Resonanzraum. Ein Ort, an dem sich äußere und innere Welt begegnen.
Wachs nimmt seit geraumer Zeit einen immer größeren Raum in meiner Malerei ein. Ich experimentiere mit geschmolzenem Wachs auf unterschiedlichen Papieren. Erzeuge sowohl Transluzenzen im Papier als auch opake, undurchsichtige Abdeckungen des Papiers. Zusammen mit freiliegenden, ungewachsten Stellen ergiebt sich ein nicht enden wollendes Experimentierfeld. Mit Ölfarben, meist monochrom arbeitend, kreiere ich landschaftliche Resonanzräume in, unter und auf Wachs.
Ich lebe und arbeite in Kleve und habe dort auch mein Atelier.